Die Rolle von grünem Siliciumcarbid 60# in Bremsbelägen

Welche Rolle spielt grünes Siliziumkarbid 60# in Bremsbelägen?

Die Rolle von grünem Siliciumcarbid (GC) 60# in Bremsbelägen ist spezifisch und bedeutend. Es wirkt als  funktionelles Abrasivadditiv innerhalb der Verbundmatrix des Reibmaterials.
Hier finden Sie eine detaillierte Aufschlüsselung seiner Rolle, Vorteile und Nachteile.

1. Was ist grünes Siliciumcarbid 60#?

  • Grünes Siliciumcarbid (GC): Ein künstlich hergestelltes Mineral, das für seine extreme Härte (9,5 auf der Mohs-Skala, nach Diamant und Borcarbid) und seine scharfe, spröde Kristallstruktur bekannt ist. Seine grüne Farbe unterscheidet es vom häufiger vorkommenden schwarzen Siliciumcarbid.
  • 60# (Körnung 60): Diese Angabe bezieht sich auf die Korngröße. Das „#“ steht für „Mesh“ (Korngröße), ein Maß für die Feinheit des Schleifmittels.  60# ist ein relativ grobes Schleifmittel mit einer durchschnittlichen Korngröße von etwa 250 Mikrometern. Eine niedrigere Mesh-Zahl bedeutet größere, gröbere Partikel.

2. Die Hauptaufgaben von grünem Siliziumkarbid 60# in Bremsbelägen

Bei Zugabe zur Bremsbelagmischung erfüllt seine grobe und harte Beschaffenheit mehrere wichtige Funktionen:
1. Zur Erzeugung und Stabilisierung des Reibungskoeffizienten:
Dies ist seine wichtigste Aufgabe. Die harten, scharfen Kanten der 60-Pfund-Schleifpartikel greifen mechanisch in das Gusseisen der Bremsscheibe. Diese abrasive Wirkung ist eine Hauptursache für die Reibungskraft, die das Fahrzeug abbremst. Sie trägt dazu bei, ein gleichmäßiges Reibungsniveau aufrechtzuerhalten, insbesondere beim ersten Bremsvorgang im kalten Zustand.
2. Um dem Ausbleichen entgegenzuwirken und die Hitze zu regulieren:
Grünes Siliziumkarbid zeichnet sich durch hervorragende Wärmeleitfähigkeit und Stabilität aus. Bei Bremsvorgängen mit hohen Temperaturen trägt es zur Wärmeableitung von der Reibfläche bei. Dadurch wird verhindert, dass die organischen Harze im Bremsbelag überhitzen und eine glasartige, rutschige Schicht auf der Oberfläche bilden (ein Phänomen, das als „Grünfading“ bekannt ist). Durch die Aufrechterhaltung einer sauberen, abgenutzten Oberfläche trägt es zu einer gleichbleibenden Bremsleistung unter mäßiger Belastung bei.
3. Zur Reinigung der Rotoroberfläche:
Die abrasive Wirkung des 60er-Schleifpapiers reinigt die Bremsscheibenoberfläche kontinuierlich. Dabei werden Ablagerungen, Eisenoxide (Rost) und andere Verunreinigungen entfernt, die sich auf der Bremsscheibe ansammeln können. Dies gewährleistet einen direkten Metall-zu-Verbundwerkstoff-Kontakt zwischen Bremsbelag und Bremsscheibe und führt so zu einem besser vorhersehbaren Bremsverhalten.
4. Zur Erhöhung der Verschleißfestigkeit (des Pads selbst):
Durch die Erhöhung der Gesamthärte des Bremsbelag-Verbundmaterials kann die Zugabe von grünem Siliciumcarbid die Beständigkeit des Belags gegen abrasiven Verschleiß verbessern und potenziell seine Lebensdauer verlängern.

Die Vor- und Nachteile der Verwendung eines groben, harten Schleifmittels

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