Grünes Siliciumcarbid zum Korrosionsschutz von Rohrleitungen

1. Kernfunktion: Überlegene Oberflächenvorbereitung

Das Hauptziel der Oberflächenvorbereitung ist die Schaffung einer Oberfläche, die eine perfekte Haftung der Beschichtung ermöglicht. Dies umfasst:
  • Reinigung: Entfernung aller Verunreinigungen (Rost, Walzzunder, alte Farbe, Salze, Öl).
  • Erstellung eines Profils (Ankermuster): Ätzen der Metalloberfläche, um deren Oberfläche zu vergrößern und mechanische „Zähne“ zu erzeugen, an denen die Beschichtung haften kann.
Grünes Siliciumcarbid ist in beiden Bereichen hervorragend.

2. Warum sollte man sich für Pipeline-Strahlen für grünes Siliziumkarbid entscheiden?

Im Vergleich zu herkömmlichen Schleifmitteln wie Metallgranulat oder braunem Aluminiumoxid bietet grünes SiC deutliche Vorteile:
Besonderheit
Vorteil für den Korrosionsschutz von Rohrleitungen
Extrem hart (9,5 auf der Mohs-Skala )
Überlegene Reinigungskraft: Entfernt hartnäckigen Walzzunder und Rost viel schneller und effizienter als weichere Schleifmittel.
Scharfe, brüchige Körner
Selbstschärfend: Beim Auftreffen der Stahlkörner brechen diese und legen neue, scharfe Kanten frei. Dies gewährleistet eine gleichmäßige und aggressive Schneidwirkung während des gesamten Prozesses und führt zu einem gleichmäßigeren Oberflächenprofil.
Chemische Reinheit
Saubere Oberfläche: Hinterlässt keine metallischen Verunreinigungen auf der Oberfläche (ein Risiko bei Stahlgranulat). Dies verhindert Flugrost und gewährleistet eine perfekte Haftung der Beschichtung.
Vielseitigkeit bei den Körnungen
Maßgeschneiderte Oberflächenprofile: Erhältlich in einer breiten Palette von Körnungen (von grob 16# bis sehr fein 6000#), um genau das vom Beschichtungshersteller vorgegebene Oberflächenprofil zu erzielen.

3. Typische Korngrößen und ihre Anwendungen im Rohrleitungsbau

Die Wahl der Korngröße hängt vom gewünschten Oberflächenprofil ab (gemessen in Mikron oder Mils).
  • Grobe Körnungen (z. B. 16# bis 36#):
    • Hauptanwendungsbereich: Neubau  / Starke Rostentfernung. Dies ist die häufigste Anwendung bei Rohrleitungen. Das Strahlverfahren dient der ersten Reinigung, um einen  Zustand von nahezu blankem Metall (Sa 2,5) oder  blankem Metall (Sa 3) gemäß internationalen Normen (z. B. ISO 8501-1) zu erreichen. Es erzeugt ein optimales Haftmuster (typischerweise 50–100 Mikrometer) für Dickschicht-Epoxidharz- oder Fusions-Epoxidharz-Beschichtungen (FBE).
  • Mittlere Körnungen (z. B. 60# bis 120#):
    • Hauptanwendungsbereich: Instandhaltungs-  /Reparaturstrahlen. Wird für punktuelle Ausbesserungen oder Neubeschichtungsprojekte verwendet, bei denen es darum geht, die Kanten der vorhandenen Beschichtung auszulaufen zu lassen und ein Profil auf dem freiliegenden Stahl zu erzeugen, das zum umgebenden Bereich passt.
  • Feine/Sehr feine Körnungen (z. B. 600# bis 6000#):
    • Hauptverwendungszweck: Spezialanwendungen  / Endbearbeitung. Wie bereits erwähnt, sind diese Produkte für hochspezialisierte Anwendungen bestimmt.  6000# ist ein ultrafeines Pulver, das für Folgendes verwendet wird:
      • Schaffung eines sehr flachen, feinen Profils für Dünnschicht-Hochleistungsbeschichtungen.
      • Entkernen oder Verfeinern eines durch eine gröbere Körnung erzeugten Profils.
      • Reinigung und Aktivierung von Oberflächen (wie Edelstahl), ohne die Abmessungen wesentlich zu verändern.

4. Das Standardverfahren zur Oberflächenvorbereitung mit grünem SiC

  1. Inspektion & Entfettung: Das Rohr wird inspiziert, und jegliches Öl oder Fett wird mit Lösungsmitteln entfernt.
  2. Abrasives Strahlen (Der Schlüsselschritt):
    • Grünes SiC-Schleifmittel wird mit Hilfe eines Strahlkessels und eines Kompressors mit hoher Geschwindigkeit auf die Rohroberfläche geschleudert.
    • Ziel ist es, jeglichen Rost und Walzzunder zu entfernen, bis die Oberfläche dem geforderten Standard entspricht (visueller Vergleich mit fotografischen Vergleichsbildern nach ISO 8501-1).
    • Durch das Sandstrahlen entsteht ein sauberes, raues „Ankerprofil“.
  3. Profilprüfung: Die Profiltiefe wird mit einem Profilometer gemessen, um sicherzustellen, dass sie den Spezifikationen des Beschichtungsherstellers entspricht.
  4. Staubentfernung: Sämtlicher abrasiver Staub und Rückstände werden gründlich mit sauberer, trockener Luft oder mittels Absaugsystemen entfernt. Dies ist ein entscheidender Schritt.
  5. Beschichtungsauftrag: Die Schutzbeschichtung (z. B. Epoxidharz, Polyurethan) wird unmittelbar nach der Vorbereitung aufgetragen, bevor eine Oberflächenoxidation („Flugrost“) auftreten kann.

Vorteile vs. Nachteile

Vorteile
Nachteile
✓  Schnellere Reinigung dank hoher Härte und Schärfe.
✗  Höhere Kosten als herkömmliche Schleifmittel wie Kohleschlacke oder braunes Aluminiumoxid.
✓  Längere Lebensdauer (kann in einem geschlossenen Sprengsystem mehrfach wiederverwendet werden).
✗  Nicht für alle Strahlanlagen geeignet; seine Härte kann zu Verschleiß an Strahldüsen und Anlagenauskleidungen führen.
✓  Erzeugt eine perfekt saubere, schadstofffreie Oberfläche .
✗  Erzeugt mehr Staub als schwerere metallische Schleifmittel, daher ist eine gute Staubabsaugung erforderlich.
✓  Ideal zur Erfüllung höchster Reinheitsstandards (Sa 3) .

Abschluss

Grünes Siliciumcarbid ist ein hochwertiges Schleifmittel für den Korrosionsschutz von Rohrleitungen und wird eingesetzt, wenn die Anwendung höchste Anforderungen an die Oberflächenvorbereitung stellt. Es eignet sich besonders für:
  • Kritische Pipelines (Unterwasser-, Arktis-, Hochdruckleitungen).
  • Beschichtungen mit strengen Haftungsanforderungen.
  • Situationen, in denen Geschwindigkeit und Effizienz des Sprengvorgangs von größter Bedeutung sind.
Für die meisten Standard-Pipelineprojekte sind hochwertige Alternativen wie  braunes, geschmolzenes Aluminiumoxid oder  Kohleschlacke kostengünstig und ausreichend. Wenn jedoch höchste Leistung gefordert ist, ist grünes SiC eine ausgezeichnete Wahl.  Beachten Sie vor der Auswahl eines Schleifmittels stets das Datenblatt des Beschichtungsherstellers hinsichtlich des empfohlenen Oberflächenprofils.
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